Nationale Bildungsstandards reduzieren schulischen Erfolg und Leistung

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen vom 25. Sept. 02

Schlechte Noten fuer die Chancengleichheit hat die PISA-Studie Deutschland verpasst.
Jetzt sollen nationale Bildungsstandards Abhilfe schaffen, fordern die Politiker fast aller Parteien in seltener Einigkeit.

Nachdem das Wahlkampfgerassel verklungen ist und erste Konkretisierungen angekuendigt sind, mahnt der Bund der Freien Waldorfschulen zur Besonnenheit:

Nationale Bildungsstandards

spornen nicht zu hoeheren Leistungen an, denn sie engen die Zielvorgaben ein
fuehren keineswegs zu besseren Ergebnissen, denn sie formulieren nur das Ziel verbessern aber nicht die Bedingungen auf dem Weg dorthin
reduzieren schulischen Erfolg und Leistung auf quantitative, messbare Kriterien
erzwingen die Normierung, anstatt die individuelle Vielfalt zu foerdern

Eines allerdings erreichen nationale Bildungsstandards: eine weitere Selektion der Schueler. Doch das deutsche Bildungssystem braucht nicht noch mehr Regelwerk.

Es braucht paedagogische Freiraeume und (Eigen-)Verantwortlichkeit vor Ort: in jeder einzelnen Schule, bei jeder einzelnen Lehrerpersoenlichkeit. Die Modellversuche Selbststaendige Schule in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen etwa sind durchaus ein Schritt in diese Richtung.

Zentrale Bildungsstandards aber heben die erhoffte Wirkung eher auf. Sie ignorieren das im Grundgesetz verankerte Gebot der Vielfalt im Bildungsbereich. Sie werden auch nicht der Vielfalt der kindlichen Entwicklungsbeduerfnisse sowie den gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben gerecht.

Der Bund der Freien Waldorfschulen appelliert deshalb an alle Parteien und Entscheidungstraeger:

Geben Sie den Schuelerinnen und Schuelern Raum fuer die Entdeckung und Entfaltung ihrer Begabungsvielfalt
Tragen Sie dazu bei, dass das Bildungsklima in Deutschland sich nicht weiter verschlechtert, sondern schoepferisches und ganzheitliches Lernen unterstuetzt
Chancengleichheit reicht nicht aus – unsere Kinder brauchen Chancengerechtigkeit

 

Rueckfragen:
Bund der Freien Waldorfschulen
Susanne Puehler, Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: puehler@waldorfschule.de
Telefon 0711/21042-30